Zum Inhalt springen

Familien Aufstellungen

Wie funktioniert es?

Die Familienaufstellung ist ein Ansatz aus der Familientherapie oder Systemischen Therapie. Er greift auf verschiedene Disziplinen wie Psychologie, Soziologie und Anthropologie zurück und integriert Elemente des systemischen Denkens und der Psychoanalyse. Es geht darum, die Dynamik innerhalb eines Familiensystems zu erforschen und zu verstehen.

Menschen werden bewusst und unbewusst stark von der Geschichte, den Beziehungen und ungelösten Schwierigkeiten ihrer Familie beeinflusst, auch über mehrere Generationen hinweg. Familiensysteme haben eine Ordnung und Struktur, die das Wohlbefinden der Mitglieder beeinflusst.

Die Familienaufstellung ist eine wirkungsvolle Methode, um unbewusste Persönlichkeitsanteile an die Oberfläche zu holen und Verstrickungen aufzuzeigen und zu lösen. Dies kann oft ungeahnte Ressourcen befreien und die Lebensqualität der Klient:in/des Klienten verbessern.

Die Methode arbeitet mit dem Ansatz «mit dem, was ist». Der Anspruch ist: nicht werten oder bewerten, sondern sichtbar machen, was ist, um das Verständnis, Respekt und die Achtung für unsere Mitmenschen und Ahnen zu fördern. Und somit einen Beitrag zur Verbesserung eines friedlichen Miteinanders zu leisten und deine ganz persönliche Situation zu klären.

 

Die Fülle von Methoden/Varianten der Aufstellungsarbeit

Ich praktiziere die Methode nach dem Vorbild meines Ausbildungsortes Spark in Zürich. Die dort gelernte Methode stützt sich auf die Methode «Costellazioni familiari e systemiche» (The Art of Constellations/Die Kunst der Aufstellungen) der Citta della Luce in Italien. Akshara Umberto Carmignani hat die ursprüngliche Methode nach Bert Hellinger/Claude Rosselet gelernt und weiter entwickelt. HamSa Serena Oligati und Ariane Fischer, meine Ausbildnerinnen von Spark haben die Methode nach Zürich gebracht und individuell verfeinert.

Die ursprünglichen Entwickler:innen und Praktizierenden der Methode der Familienaufstellungen waren und sind Jill Purse (London) und Bert Hellinger (Deutschland). Jill Purse praktiziert immer noch. Bert Hellinger lebt nicht mehr und gilt als «Erfinder» der Methode. Vermutlich ist die Methode jedoch von verschiedenen Personen parallel und unabhängig voneinander entwickelt worden.

Weitere Personen, die Einfluss auf die Methode der Aufstellungen haben sind: Rupert Sheldrake, der das morphogenetische Feld (oder morphologischen Felder) entdeckt und beschrieben hat. Claude Rosselet war als Pionier fasziniert, wie mit Hilfe von Organisationsaufstellungen die hohe Komplexität in Organisationen erfolgreich gemeistert werden kann. Er gründete zusammen mit Gunthard Weber und Jakob Schneider den Forschungskreis Aufstellungsarbeit.

Anne Ancelin Schützenberger (Oh, meine Ahnen!), die sich mit den Genogramm/Genosoziogramm befasste und Ivan Boszormenyi-Nagy/Geraldine M. Spark, die im Rahmen ihrer Therapiearbeit bereits in den 1960 auf das Phänomen der Verbindungen innerhalb eines Familiensystems gestossen sind (Buch: Unsichtbare Bindungen)

Alles in Allem gilt die Methode als «jung» und noch nicht so weit verbreitet und bekannt. Sie ist nicht Krankenkassen anerkannt und wird daher zum Teil mit skeptischen Augen beobachtet. Andererseits kenne ich inzwischen einige Psychotherapeuten, die die Methode ganz selbstverständlich und natürlich in ihre Therapiesitzungen integrieren.

In der Fernseh Unterhaltungsserie «Ein anderes selbst» (the other self) kriegt man einen Einblick in die Methode der Aufstellungsarbeit im Gruppensetting, so wie ich sie praktiziere. Jeder Facilitator entwickelt seine eigene Handschrift. Das macht die Aufstellungsarbeit interessant und reich.

Grundsatz bleiben die Grundpfeiler gleich. Die interessierte Haltung und der Respekt gegenüber den Ahnen, die Wahrnehmung von nicht gesehenen Personen oder Elementen und die Ordnung innerhalb des ganzen Systems.

 

Wie ist der Ablauf einer Sitzung?

Als erstes wird das Anliegen mit dir besprochen. Danach werden einzelne Personen oder Figuren für Familienmitglieder, Bezugspersonen oder anderen Elemente im Raum oder auf dem Systembrett positioniert (aufgestellt) und miteinander in Beziehung gesetzt. Dadurch soll das Beziehungsgeflecht innerhalb eines Systems visualisiert werden. Ich wende aktuell die  Methode mit  Stellvertreter:innen in Person an.

Nach einer gewissen Zeit lassen sich Beziehungen und bisher nicht erkannte Verbindungen über mehrere Generationen hin erfassenSpannungen, Konflikte und spezielle Verbindungen werden sichtbar.

Am Schluss der Aufstellung gibt es eine kurze Nachbesprechung. 

Die Dauer der Sitzung dauert mit Vor- und Nachbesprechung ungefähr 90 Minuten. 

 

Anwendungsgebiete der systemischen Aufstellung

Mit der Aufstellung können verschiedenste  Alltags- oder Lebensthemen wie beispielsweise Familiendynamiken, Beruf, Beziehung oder Selbstentfaltung erforscht werden.

Persönliche Situationen

 

  • Seit Jahren beschäftigt dich eine schmerzende Stelle am Körper. Trotz Therapie, medizinischer Abklärungen wirst du das «Problem» einfach nicht los.
  • Du hast das Gefühl, du bist neben der Spur, nicht am richtigen Platz, und lebst nicht dein eigenes Leben.
  • Du fühlst dich energielos und erschöpft.
  • Du hast das Gefühl, du schwimmst den Fluss hoch, was dich auslaugt.
  • Du fühlst dich völlig übergangen oder nicht respektiert/gesehen.
  • Du übernimmst oft Verantwortung für die anderen, obschon es nicht deine Aufgabe ist.
  • Du fühlst dich eher wie ein Roboter und nicht authentisch.
  • Du fühlst dich schuldig, wenn du Grenzen setzt.
  • Du gibst alles, aber trotz enormen Einsatzes, kommst du weder ans Ziel oder fängst gar nicht erst an.
  • Dich plagen Suchtthemen oder destruktive Verhaltensmuster.
  • Du leidest unter (unerklärbaren) Angstzuständen.
  • Die Beziehung zu deinen Eltern, Geschwistern oder Kinder sind schwierig und du möchtest dich dem Thema am liebsten gar nicht erst stellen.
Liebesbeziehungen

 

Sie/er versteht mich einfach nicht. Ich bin immer diejenige, die die Beziehung verlässt oder genau das Gegenteil davon. Die Beziehungsmuster und Konflikte scheinen sich immer wieder zu wiederholen, ohne das ich etwas dagegen tun kann.

  • Du hast grosse Angst verlassen zu werden und/oder alleine zu sein.
  • Die Trennung von deinem Ex-Partner oder deiner Ex-Partner:in beschäftig dich und du möchtest diesen Zustand verändern.
  • Du willst dich öffnen und Platz für eine neue Beziehung schaffen.
  • Du willst Wiederholungen von Familienmustern erkennen und auflösen
  • Ihr seit ein Paar und wünscht Euch, gegenseitiges Verständnis und die Kommunikation zu verbessern.

 

Arbeit und Beruf

 

  • Dich beschäftigen finanzielle Probleme. In Beziehung mit Mitarbeitenden oder/und Vorgesetzten wiederholen sich immer die gleichen Konflikte.
  • Dich Plagen Schwierigkeiten in der Schule oder Arbeitsplatz
  • Du hast das Bedürfnis nach (Neu-) Orientierung.
wissenswertes

Das Vorgespräch hilft, das Anliegen zu klären und zu schärfen.

Diese Arbeit ist eine Kurzzeittherapie und geschieht in eigener Verantwortung. 

Sie ist nicht geeignet bei aktuen Psychosen, eingeschränkter geistiger Klarheit oder Einfluss von Medikamenten/Drogen.

Die Wirkung setzt oft unmittelbar ein. Arbeitet jedoch in den folgengen Wochen und Monaten nach. Es empfiehlt sich, das Erlebte nicht zu «zerreden».

Eine einzelne Aufstellung kann bereits viel auslösen und die Qualität von Beziehungen, auch zu sich selbst, verbessern. Andere nützen die Methode, um mehrmals pro Jahr verschiedeneste Anliegen mit der Methode zu betrachten. Das ist schlussentlich Geschmacksache. Der eine hat positive Erfahrungen mit regelmässiger Therapie XY. Beim anderen wirkt eine Kombination von Z und A am besten.

Es ist nicht  nötig, die Familie über die Aufstellung zu informieren. Es empfiehlt sich sogar, das Erlebte vorerst für einige Wochen oder Monate sacken zu lassen, damit es integriert werden kann. Zu einem späteren Zeitpunkt kann man darüber sprechen, muss aber nicht.

Die Methode ist von der Krankenkasse nicht anerkannt.