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Familien Aufstellungen

Wie funktioniert es?

Die Familienaufstellung ist ein Ansatz aus der Familientherapie oder Systemischen Therapie. Er greift auf verschiedene Disziplinen wie Psychologie, Soziologie und Anthropologie zurück und integriert Elemente des systemischen Denkens und der Psychoanalyse. Es geht darum, die Dynamik innerhalb eines Familiensystems zu erforschen und zu verstehen.

Menschen werden bewusst und unbewusst stark von der Geschichte, den Beziehungen und ungelösten Schwierigkeiten ihrer Familie beeinflusst, auch über mehrere Generationen hinweg. Familiensysteme haben eine Ordnung und Struktur, die das Wohlbefinden der Mitglieder beeinflusst.

Die Familienaufstellung ist eine wirkungsvolle Methode, um unbewusste Persönlichkeitsanteile an die Oberfläche zu holen und Verstrickungen aufzuzeigen und zu lösen. Dies kann oft ungeahnte Ressourcen befreien und die Lebensqualität der Klient:in/des Klienten verbessern.

Die Methode arbeitet mit dem Ansatz «mit dem, was ist». Der Anspruch ist: nicht werten oder bewerten, sondern sichtbar machen, was ist, um das Verständnis, Respekt und die Achtung für unsere Mitmenschen und Ahnen zu fördern. Und somit einen Beitrag zur Verbesserung eines friedlichen Miteinanders zu leisten und deine ganz persönliche Situation zu klären.

 

Die Fülle von Methoden/Varianten der Aufstellungsarbeit

Ich praktiziere die Methode nach dem Vorbild meines Ausbildungsortes Spark in Zürich. Die dort gelernte Methode stützt sich auf die Methode «Costellazioni familiari e systemiche» (The Art of Constellations/Die Kunst der Aufstellungen) der Citta della Luce in Italien. Akshara Umberto Carmignani hat die ursprüngliche Methode nach Bert Hellinger (1925 – 2019) gelernt und weiter entwickelt. HamSa Serena Oligati und Ariane Fischer, meine Ausbildnerinnen von Spark haben die Methode nach Zürich gebracht und individuell verfeinert.

Bert Hellinger gilt als der Erfinder der Methode und entwickelte und praktizierte sie in den späten 80er Jahren erstmalig. Vermutlich ist die Methode jedoch von verschiedenen Personen parallel und unabhängig voneinander entwickelt worden.

Weitere Personen, die Einfluss auf die Methode der Aufstellungen haben sind: Rupert Sheldrake, der das morphogenetische Feld (oder morphologischen Felder) entdeckt und beschrieben hat. Guntward Weber, Claude Rosselet und weitere waren als Pioniere fasziniert, wie mit Hilfe von Organisationsaufstellungen die hohe Komplexität in Organisationen erfolgreich gemeistert werden kann. Sie gründeten zusammen mit Jakob Schneider den Forschungskreis Aufstellungsarbeit.

Anne Ancelin Schützenberger (Oh, meine Ahnen!), die sich mit den Genogramm/Genosoziogramm befasste und Ivan Boszormenyi-Nagy/Geraldine M. Spark, die im Rahmen ihrer Therapiearbeit bereits in den 1960 auf das Phänomen der Verbindungen innerhalb eines Familiensystems gestossen sind (Buch: Unsichtbare Bindungen)

Alles in Allem gilt die Methode als «jung» und noch nicht so weit verbreitet und bekannt. Sie ist nicht Krankenkassen anerkannt und wird daher zum Teil mit skeptischen Augen beobachtet. 

In der Fernseh Unterhaltungsserie «Ein anderes selbst» (the other self) kriegt man einen Einblick in die Methode der Aufstellungsarbeit im Gruppensetting, so wie ich sie praktiziere. Jeder Facilitator entwickelt seine eigene Handschrift. Das macht die Aufstellungsarbeit interessant und reich.

Grundsatz bleiben die Grundpfeiler gleich. Die interessierte Haltung und der Respekt gegenüber den Ahnen, die Wahrnehmung von nicht gesehenen Personen oder Elementen und die Ordnung innerhalb des ganzen Systems.

Wie ist der Ablauf einer Sitzung?

Als erstes wird das Anliegen mit dir besprochen. Danach werden einzelne Personen für Familienmitglieder, Bezugspersonen oder anderen Elemente im Raum positioniert (aufgestellt) und miteinander in Beziehung gesetzt. Dadurch soll das Beziehungsgeflecht innerhalb eines Systems visualisiert werden. Ich wende aktuell die  Methode mit  Stellvertreter:innen in Person an. Andere arbeiten mit Figuren. 

Nach einer gewissen Zeit lassen sich Beziehungen und bisher nicht erkannte Verbindungen über mehrere Generationen hin erfassenSpannungen, Konflikte und spezielle Verbindungen werden sichtbar.

Am Schluss der Aufstellung gibt es eine kurze Nachbesprechung. 

Die Dauer der Sitzung dauert mit Vor- und Nachbesprechung ungefähr 90 Minuten. 

 

Organisation und Ablauf der vorbereitungen

Eine Aufstellung ist ein gemeinsamer Prozess, für den wir uns bewusst Zeit und Raum nehmen. Damit der Termin für alle Beteiligten gut passt, braucht es etwas Vorlaufzeit. Neben dir sind drei weitere Personen anwesend, die als Stellvertreter:innen teilnehmen. Deshalb stimmen wir den Termin sorgfältig miteinander ab.

 

  1. Termin anfragen

Du kannst ganz unkompliziert eine Telefonbesprechung buchen, damit wir gemeinsam einen passenden Termin finden.
Alternativ kannst du mir auch gerne eine Terminanfrage per E-Mail senden. 

  1. Abstimmung mit den Stellvertreter:innen

Sobald wir einen möglichen Termin gefunden haben, frage ich die Stellvertreter:innen für deine Aufstellung an.

Wenn alle den Termin bestätigen können, steht deinem Aufstellungstermin nichts mehr im Weg.

  1. Terminbestätigung und Zahlung

Sobald der Termin von allen Seiten bestätigt ist, ist dein Platz verbindlich reserviert.
Zu diesem Zeitpunkt wird auch die Zahlung fällig. Kosten pro Aufstellung à zirka 90 Minunten: CHF 295.00

Die Bezahlung ist möglich per Banküberweisung /Twint

 

  1. Vorbereitung auf deine Aufstellung

Vor unserem Termin erhältst du einen Fragebogen zur Vorbereitung. Dieser hilft dir, dich bereits innerlich mit deinem Anliegen zu beschäftigen.

Und ganz wichtig:
Du musst nicht auf jede Frage eine klare Antwort haben. Es geht nicht um richtig oder falsch – sondern darum, dich offen auf den Prozess einzulassen.

 

Termin verschieben oder absagen

Manchmal kommt etwas dazwischen.

Verschieben: Bis 48 Stunden vor dem Termin ist eine Verschiebung problemlos möglich.

Annullation: Bei einer Absage ohne Neuplanung wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben.

Anwendungsgebiete der systemischen Aufstellung

Mit der Aufstellung können verschiedenste  Alltags- oder Lebensthemen wie beispielsweise Familiendynamiken, Beruf, Beziehung oder Selbstentfaltung erforscht werden.

Persönliche Situationen
  •  Seit Jahren beschäftigt dich eine schmerzende Stelle am Körper. Trotz Therapie, medizinischer Abklärungen wirst du das «Problem» einfach nicht los.
  • Du hast das Gefühl, du bist neben der Spur, nicht am richtigen Platz, und lebst nicht dein eigenes Leben.
  • Du fühlst dich energielos und erschöpft.
  • Du hast das Gefühl, du schwimmst den Fluss hoch, was dich auslaugt.
  • Du fühlst dich völlig übergangen oder nicht respektiert/gesehen.
  • Du übernimmst oft Verantwortung für die anderen, obschon es nicht deine Aufgabe ist.
  • Du fühlst dich eher wie ein Roboter und nicht authentisch.
  • Du fühlst dich schuldig, wenn du Grenzen setzt.
  • Du gibst alles, aber trotz enormen Einsatzes, kommst du weder ans Ziel oder fängst gar nicht erst an.
  • Dich plagen Suchtthemen oder destruktive Verhaltensmuster.
  • Du leidest unter (unerklärbaren) Angstzuständen.
  • Die Beziehung zu deinen Eltern, Geschwistern oder Kinder sind schwierig und du möchtest dich dem Thema am liebsten gar nicht erst stellen.
Liebesbeziehungen
  •  Sie/er versteht mich einfach nicht. Ich bin immer diejenige, die die Beziehung verlässt oder genau das Gegenteil davon. Die Beziehungsmuster und Konflikte scheinen sich immer wieder zu wiederholen, ohne das ich etwas dagegen tun kann.
  • Du hast grosse Angst verlassen zu werden und/oder alleine zu sein.
  • Die Trennung von deinem Ex-Partner oder deiner Ex-Partner:in beschäftig dich und du möchtest diesen Zustand verändern.
  • Du willst dich öffnen und Platz für eine neue Beziehung schaffen.
  • Du willst Wiederholungen von Familienmustern erkennen und auflösen
  • Ihr seit ein Paar und wünscht Euch, gegenseitiges Verständnis und die Kommunikation zu verbessern.

 

Arbeit und Beruf
  •  Dich beschäftigen finanzielle Probleme. In Beziehung mit Mitarbeitenden oder/und Vorgesetzten wiederholen sich immer die gleichen Konflikte.
  • Dich Plagen Schwierigkeiten in der Schule oder Arbeitsplatz
  • Du hast das Bedürfnis nach (Neu-) Orientierung.
wissenswertes

Das Vorgespräch hilft, Ihr Anliegen zu klären und zu schärfen. Gemeinsam wird herausgearbeitet, welches Thema im Moment im Vordergrund steht und sinnvoll betrachtet werden kann.

Grundsätzlich alle Themen, die mit Beziehungen und inneren Dynamiken zu tun haben – etwa Familie, Partnerschaft, Beruf, Entscheidungsfragen, körperliche Symptome oder innere Konflikte. Auch Organisationen oder Projekte können betrachtet werden.

Systemische Aufstellungen sind eine lösungsorientierte Kurzzeitmethode. Sie setzen Impulse zur Selbstklärung und Selbstverantwortung. Die Teilnahme erfolgt eigenverantwortlich und ersetzt keine medizinische oder psychiatrische Behandlung.

Oft zeigen sich erste innere Veränderungen unmittelbar während oder kurz nach der Aufstellung. Manchmal entfaltet sich die Wirkung jedoch schrittweise in den folgenden Wochen. 

Jeder Mensch bringt eine eigene Geschichte, ein eigenes Anliegen und eine eigene innere Bereitschaft mit. Systemische Aufstellungen wirken individuell – was für die eine Person wenig spürbar ist, kann für eine andere tiefgreifende Veränderungen anstossen. Entscheidend sind Offenheit, Timing und das persönliche Thema.

Sie ist nicht geeignet bei aktuen Psychosen, eingeschränkter geistiger Klarheit oder Einfluss von Medikamenten/Drogen.

Ein Aufstellungstermin kann bis 48 Stunden vor dem Termin abgemeldet und neu geplant werden. Sofern der Termin ganz abgesagt wird, entstehen Annullationsspesen. 

Ja. Die Mitwirkung als Stellvertreter ist auch ohne eigenes Anliegen möglich. Viele Teilnehmende erleben dies als bereichernd und gewinnen dabei oft wertvolle persönliche Einsichten.

Die Wirkung setzt oft unmittelbar ein. Arbeitet jedoch in den folgengen Wochen und Monaten nach. Es empfiehlt sich, das Erlebte nicht zu «zerreden».

Eine einzelne Aufstellung kann bereits viel auslösen und die Qualität von Beziehungen, auch zu sich selbst, verbessern. Andere nützen die Methode, um mehrmals pro Jahr verschiedeneste Anliegen mit der Methode zu betrachten. Das ist schlussentlich Geschmacksache. Der eine hat positive Erfahrungen mit regelmässiger Therapie XY. Beim anderen wirkt eine Kombination von Z und A am besten.

Es ist nicht  nötig, die Familie über die Aufstellung zu informieren. Es empfiehlt sich sogar, das Erlebte vorerst für einige Wochen oder Monate sacken zu lassen, damit es integriert werden kann. Zu einem späteren Zeitpunkt kann man darüber sprechen, muss aber nicht.

Die Methode ist von der Krankenkasse nicht anerkannt.